Digitale Transformation: Co-Design als Schlüssel

In Kürze: Wie revolutioniert die digitale Transformation die Bildung der Berufe im Gesundheitswesen? Das Careum Working Paper 8 liefert dazu Postulate und Handlungsempfehlungen. Wir präsentieren einige Aspekte daraus im Careum Blog. Im ersten Teil geht es um Co-Design als Schlüsselbegriff.

Lernen in der Schnittmenge von Gesundheit, Bildung und Digitalisierung

Das Bildungssystem wandelt sich in der «Transformation durch Bildung» selber, bedeutend dabei ist «Interdisziplinäre Kooperation» und die Bildung von «Community of Practice».

Die digitale Transformation der Bildung passiert in der Schnittmenge von drei sich überlagernden Systemen: dem Gesundheitssystem, dem Bildungssystem und der Digitalisierung. Dabei sind drei Konzepte für die digitale Bildung im Gesundheitssystem zentral: die bestimmenden Faktoren für Lernziele, die Dimensionen von digitalen Kompetenzen sowie das damit verbundene Mindset.

Wie revolutioniert die digitale Transformation die Bildung der Berufe im Gesundheitswesen? | Bild: Careum Working Paper 8, S. 3
Abbildung: Careum Working Paper 8, S. 3

Gemeinsam entwickeln: «Die Mischung machts!»

Zusammenarbeiten und gemeinsames Entwickeln bilden auch die Grundlagen für die digitale Transformation in der Bildung. Soll eine funktionierende Gesundheits-App entwickelt werden, braucht es das Fachwissen vieler Disziplinen. App-Entwicklerinnen und -Entwickler arbeiten eng mit Patientinnen und Patienten, Ethikerinnen und Ethikern, Datenschützerinnen und Datenschützern, Pädagoginnen und Pädagogen und weiteren Beteiligten zusammen. Co-Design mit Einbezug von Nutzerinnen und Nutzern ist der Schlüsselbegriff dafür. Erfahren Sie im Video-Testimonial mehr darüber, wie die neue Praxis funktioniert.

Weitere Video-Testimonials mit zentralen Aussagen zur Frage, wie die digitale Transformation die Bildung der Berufe im Gesundheitswesen revolutioniert, finden Sie im SWITCHtube-Kanal von Careum.

Mindset im Gesundheits- und Bildungssystem im Zeichen der digitalen Transformation

Das Selbstverständnis und die Haltung in den drei Systemen für die Zukunft richten sich an gemeinsamen Stossrichtungen aus. Dazu gehören Interprofessionalität und Co-Design. Aber auch weitere Konzepte sind in die Handlungsempfehlungen des Careum Working Paper 8 eingeflossen.

Die visuelle Darstellung zeigt den Bezug zwischen Gesundheits- und Bildungssystem auf (Abbildung 4).

Im Gesundheitssystem treiben die «Sorgende Gemeinschaft», die «interprofessionelle Kooperation» und das «Co-Design» die digitale Transformation an.

Das Bildungssystem wandelt sich in der «Transformation durch Bildung» selber, bedeutend dabei ist «Interdisziplinäre Kooperation» und die Bildung von «Community of Practice».

Die digitale Transformation charakterisiert sich mit den Kernwörtern «Strategie», «Akteure», «Innovationen», «Arbeit», «Rollen», «Kompetenzen».

mindset
Abbildung: Careum Working Paper 8, S. 27

Zum aktuellen Stand der Digitalisierung in der Bildung ist im Careum Working Paper 8 zu lesen:

Die Evidenzgrundlage, wie digitale Kompetenzen effektiv unterrichtet werden können, ist zum jetzigen Zeitpunkt begrenzt und stützt sich im Wesentlichen auf einzelne, überwiegend monoprofessionelle Kursevaluationen. Trotzdem lassen sich bereits zum jetzigen Zeitpunkt einige Feststellungen treffen, die Implikationen für die notwendigen Kooperationen haben. Ziel ist es, die Studierenden zu einer grundlegenden Auseinandersetzung mit der Thematik anzuleiten, um so eine differenzierte Haltung und Selbstverortung im entstehenden digitalen Gesundheitssystem zu ermöglichen (Abb. 4). Um die Diversität der Thematik der digitalen Transformation abzubilden, ist hierzu eine interdisziplinäre Kooperation über bisherige Fächergrenzen hinweg notwendig. Careum Working Paper 8, S. 27

Die Top 5 unter den Handlungsempfehlungen

Unter dem Leitthema «Anders Lernen – Lehren – Handeln» beschäftigten sich am Careum Dialog 2019 rund 70 Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus der Schweiz, Deutschland und Österreich im Careum Auditorium intensiv mit der Frage, wie die digitale Transformation die Bildung der Berufe im Gesundheitswesen revolutioniert. Dabei diskutierten die Teilnehmenden Handlungsempfehlungen, bearbeiteten diese kollaborativ und stimmten mit einem Audience Response System über Zustimmung und Relevanz ab.

Als Top 5 in Sachen Relevanz wurden genannt:

  • Digitale Transformation durch Co-Design gestalten
  • Multiplikatoren qualifizieren
  • Digitale Experimentier- und Diskursräume schaffen
  • Gender- und Diversity-Aspekte berücksichtigen
  • Rahmenbedingungen in Bildungsinstitutionen schaffen

Die Inputs aus den Dialogrunden am Careum Dialog 2019 sind in das Careum Working Paper 8 zur digitalen Transformation in der Bildung der Gesundheitsberufe eingeflossen. Das Papier soll die weitere Diskussion zu diesem hochrelevanten Thema anregen.

Mehr erfahren

Blogreihe zum Careum Working Paper 8: Teil 2 zum Thema digitale Lerntechnologien und Kompetenzen

Blogreihe zum Careum Working Paper 8: Teil 3 mit einer eindrücklichen Patientengeschichte zum Thema Künstlicher Intelligenz

Blogreihe zum Careum Working Paper 8: Teil 4 mit den Forderungen der Studierenden an die Bildung im digitalen Zeitalter

Literatur

Kuhn, S., Ammann, D., Cichon, I., Ehlers, J., Guttormsen, S., Hülsken-Giesler, M., Kaap-Fröhlich, S., Kickbusch, I., Pelikan, J., Reiber, K., Ritschl, H. und Wilbacher, I. (2019) Careum Working Paper 8 – long version: «Wie revolutioniert die digitale Transformationdie Bildung der Berufe im Gesundheitswesen?»

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Careum Working Paper 8 im PDF-Format
Kurzfassung des Careum Working Papers 8 im PDF-Format

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Sie möchten ein gedrucktes Exemplar des Working Papers 8 oder der Kurzfassung? Bestellungen nehmen wir gerne unter info@careum.ch entgegen.

Diskutieren Sie mit

– Wie kann die Bildung der Gesundheitsberufe die digitale Transformation meistern?

– Wo sehen Sie die Zukunft von Co-Design?

– Welche Chancen geben Sie neuen Formen von Zusammenarbeit mit Einbezug von Betroffenen?

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Yvonne Vignoli

Wissensmanagement, Webentwicklung, Web- und Lerntechnologien bei Careum Bildungsentwicklung – seit September 2014 Meine Arbeitsfelder der letzten Jahre Konzeptarbeit für Lernen mit neuen Medien und Internet in Bildungsinstitutionen Dozententätigkeit und Projektmanagement – Ausbildung der Ausbildenden, Webauftritte, Projekte mit Social Media Plattformen

2 thoughts on “Digitale Transformation: Co-Design als Schlüssel

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    2019-08-16 at 00:09
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    Mit grossem Interesse habe ich Mitteilung dieser Tagung gelesen und das Paper runter geladen. Es fehlt noch die konkrete Umsetzung. Welche Inhalte sollen an den Gesundheitsfachschulen gelehrt werden. Reicht es wenn alle hinter einem Computer sitzen oder sollten wir konkrete Nachweise forder wie den European Computer Driving License oder den Umgang mit Klinik-Informations-Systemen etc. Ich engagiere mich als Dozent an verschiedenen Krankenpflegeschulen und führe KIS in Spitäler und Heimen ein und sehe mit welchen Mühen manchmal auch die Digital-Natives mit dem System umgehen. Es wird auch im Paper angedeutet – wir müssen noch viel mehr den Patienten mit einbeziehen – siehe “Patient-David” – diese werden mit dem EPD bald noch viel mehr mitreden.

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      2019-08-16 at 06:49
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      Besten Dank, Herr Lysser, für ihren anregenden Kommentar. In der Tat kommt es in der Bildung am Schluss auf die unterrichteten Inhalte an. Es nützt nichts, wenn an den Gesundheitsfachschulen blind Computerprogramme bedient werden, ohne dabei bewusst den Umgang mit Daten, Prozessen und Zusammenarbeit zu erlernen und zu verstehen.
      Gerne verweise ich auf den zweiten Beitrag in dieser Artikelserie «Digitale Transformation: Lerntechnologien und Kompetenzen». Dort beschreibe ich zwar keine konkreten Unterrichtsinhalte, denn diese sind ja jeweils fachspezifisch festgelegt. Mir ist es aber ein Anliegen, nochmals aus dem Working Paper 8 zusammenzufassen, wie digitale Transformation Lernen und Handeln durchdringt. So wird der Umgang am Computer mit ECDL oder KIS Systemen erst zum gewinnbringenden Lerngegenstand, wenn sich der eigene Kompetenzerwerb im jeweiligen Kontext bewusst gestaltet. Ein wichtiges Referenzsystem ist das europäische Rahmenmodell zu digitalen Kompetenzen DigComp 2.1. Dort werden die verschiedenen Faktoren beschrieben, die für digitalen Kompetenzerwerb bestimmend sind.

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