Ältere Arbeitnehmende haben Potenzial!

Die Anzahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen nimmt stetig zu und der Anteil der Berufstätigen über 50 steigt. Wie reagiert die Gesundheitswelt darauf?

Als erste Generation in der Geschichte erleben wir, dass «alt sein» auch «jung bleiben» bedeuten kann. Wertewandel, technische und demografische Entwicklungen bringen uns dazu, immer mehr, immer schneller und immer wieder neu, unser Leben und den Alltag einzurichten. Die Vorstellung und der Begriff selbst, was «alt» bedeutet, sind im Wandel begriffen. Deshalb bringen sich «ältere Mitarbeitende», auch unabhängig von ihrem Alter, unterschiedlich in die Arbeitswelt ein.

Persönliche Ziele, die man für realisierbar hält, führen zu mehr Zufriedenheit und Durchsetzungskraft ==> Halisch/Geppert, 2000 (PDF, 319 KB)

Ältere Arbeitnehmende waren noch nie so fit wie heute. Berufsleute, die von ihrer bisherigen Laufbahn genug haben, oder die aus wirtschaftlichen Gründen eine neue Stelle suchen, stehen in der Regel mit einem breiten Kompetenzprofil und Lebenserfahrung bereit. Gute Voraussetzungen, mit 50 nochmals einen Beruf zu erlernen, eine Weiterbildung zu beginnen oder nach einer längeren Phase der Familienarbeit in die Erwerbstätigkeit einzusteigen. Die Beispiele zeigen, dass in der zweiten Lebenshälfte die Berufs- und Laufbahnplanung von Neuem beginnt.

In diesem Kontext diskutiert auch die Öffentlichkeit über neue Konzepte zur Sicherung und Bereitstellung von Arbeitsplätzen bis über das Pensionsalter hinaus. Es entstehen Weiterbildungskonzepte, die sich an das neue Zielpublikum «Ältere Mitarbeitende» richten. Fragen zu gesetzlichen Neuerungen in der Bildungspolitik sind Gegenstand von Debatten. Im realen Berufsalltag  stossen Arbeitnehmende noch auf Vorurteile. Doch  Betriebe begreifen langsam, warum und wie sie sich auf die gezielte Karriere- und Personalentwicklung der älteren Mitarbeitenden einlassen können.

Einer Arbeitsmarktbeobachtung in der Ostschweiz und den Kantonen Aargau und Zug zufolge sind ältere Arbeitnehmende im Gesundheitswesen wenig von Arbeitslosigkeit betroffen. Im Vergleich zu den Jüngeren befassen sie sich eher mit dem Berufsausstieg. Gründe dafür: Arbeitsbedingungen, gesundheitliche Aspekte oder Konflikte im Team ==> Schlussbericht AMOSA (2011).

Was hält ältere Arbeitnehmende im Gesundheitswesen? Welche Rahmenbedingungen sind nötig? Welche Bedeutung hat Aus- und Weiterbildung für Gesundheitsfachleute nach 50? Fachleute und erfahrene Praktikerinnen und Praktiker diskutieren diese und weitere Fragen zum Thema «nach 50 im Gesundheitsberuf» am Careum Forum 2015.

Caereum Forum 2015
Careum Forum-Potenzial 50+

In zwei Diskussionsrunden ist auch das Publikum aufgefordert, mit zu diskutieren.

Im Vorfeld zum Careum Forum konnten Teilnehmende ihre Fragen einsenden. Hier eine Auswahl.
  • Begriff Alter
    Fragen zu Wertehaltungen und Umgang mit dem Altersbegriff gestern und heute.

    • Wie gehen wir damit um?
  • Qualifikation und Leistungsfähigkeit
    Arbeitswelt und Qualifizierung der Mitarbeitenden mit Blick auf Bildungsstand und Erfahrungen der Einzelnen.

    • Wie rechnet sich der Aufwand für Erwerb und Nachqualifikation von neuen Berufstiteln?
    • Wer führt die Beratungen durch?
  • Gesundheitsbetriebe und Betriebskultur
    Es entstehen neue Entwicklungen zum Umgang mit alternden Mitarbeiten

    • Wie geschieht der Umgang mit Veränderungen von Arbeitsbedingungen?
    • Die sich stets wandelnden Anforderungen wirken sich auch gesundheitlich auf das Personal aus: Wie begegnen dem die Unternehmen? Wer trägt welche Verantwortung?
  • Stellenwechsel und Wiedereinstieg
    Angestellte in Unternehmen kommen, bleiben und gehen.

    • Gibt es Unterschiede bei den Mitarbeitenden 50+ im Vergleich mit Mitarbeitenden aus anderen Altersklassen und Berufen?
    • Wie werden Mitarbeitende eingebunden?
    • Wie wirkt sich ein Stellenwechsel auf Mitarbeiter und Unternehmen aus?
    • Bildungspolitik, Arbeitsmarkt und gesellschaftliche Trends
      Was muss sich ändern? Was kommt auf uns zu?

Das Careum Forum 2015 findet am 25. August 2015 in Zürich statt. Es bietet eine Austauschplattform für ein breites Fachpublikum aus der Gesundheitswelt und will Anstösse geben zu brennenden Fragen aus dem Berufsalltag der Gesundheitsberufe.


Diskutieren Sie mit!

Beteiligen auch Sie sich an der Diskussion. Stellen Sie hier Ihre Fragen und kommentieren Sie den Beitrag. Das Forum ist offen!


Die Autorin dankt Yvonne Vignoli, Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Careum Bildungsentwicklung, für ihre wertvolle Unterstützung bei der Erarbeitung dieses Beitrags.

Monika Schäfer

Prof. Monika Schäfer ist diplomierte Pflegefachfrau, Berufsschullehrerin im Gesundheitswesen und hat einen Master of Science in Nursing sowie Master of Health Administration inne. Sie befasst sich mit der Arbeitsteilung im Dienstleistungszweig Pflege und Betreuung sowie mit Bildungs- und Versorgungsfragen im Gesundheitswesen.

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