So schreiben Profis: Tipps für verständliche Texte

In Kürze: Jetzt machen Sie mal einen Punkt. Verständlich schreiben ist keine Kunst, sondern ein Handwerk. Lernen Sie Tipps und Analysetools kennen, die auch Ihren Text leicht lesbar machen.

«Hä? Ich nix verstehen.» Wir alle kennen die Krankheit. Sie befällt gerne alle Arten von Texten. Die Rede ist von der schwer verständlichen Sprache.

Ganz ehrlich: Wie oft haben Sie schon verärgert einen Text weggelegt, weil Sie nur Bahnhof verstanden haben? Das fängt bei Bedienungsanleitungen an und macht auch vor Blogs nicht halt.

Leider ist es viel zu einfach, kompliziert zu schreiben. Deshalb ist die asoziale Schreibweise, die keine Rücksicht auf Leserinnen und Leser nimmt, weit verbreitet. Ein gutes Beispiel liefert ein erfundenes Merkblatt der Deutschen Bundespost:

Wertsack oder Wertbeutel – Beamtendeutsch in Reinform

«[…] Der Wertsack ist ein Beutel, der auf Grund seiner besonderen Verwendung im Postbeförderungsdienst nicht Wertbeutel, sondern Wertsack genannt wird, weil sein Inhalt aus mehreren Wertbeuteln besteht, die in den Wertsack nicht verbeutelt, sondern versackt werden. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die zur Bezeichnung des Wertsackes verwendete Wertbeutelfahne auch bei einem Wertsack mit Wertbeutelfahne bezeichnet wird und nicht mit Wertsackfahne, Wertsackbeutelfahne oder Wertbeutelsackfahne. Sollte es sich bei der Inhaltsfeststellung eines Wertsackes herausstellen, dass ein in einen Wertsack versackter Versackbeutel statt im Wertsack in einen der im Wertsack versackten Wertbeutel hätte versackt werden müssen, so ist die in Frage kommende Versackstelle unverzüglich zu benachrichtigen. Nach seiner Entleerung wird der Wertsack wieder zu einem Wertbeutel und er ist auch bei der Wertbeutelzählung nicht als Wertsack, sondern als Wertbeutel zu zählen. […]»

Wondratschek, W.: Früher begann der Tag mit einer Schusswunde. Reihe Hanser, Carl Hanser Verlag 9. Auflage 1978, Titel Bundespost, Seite 70.

Fragezeichen | Urheber: Pixabay.com
Wie war das im Mittelteil genau? Foto: Pixabay.com

Der Dumme ist nie der Lesende

Was für eine Qual! Wer solche Texte schreibt, muss sich nicht wundern, wenn er Leserinnen und Leser effektiv vertreibt. Doch auch wenn er sich vielleicht so fühlt: Der Dumme ist nie der Lesende, sondern der Schreibende.

Dies haben die Psychologen Inghard Langer, Friedemann Schulz von Thun und Reinhard Tausch mit dem Hamburger Verständlichkeitskonzept aufgezeigt. Sie gehen davon aus, dass es kaum am Inhalt liegt, wenn ein Text nicht verstanden wird. Vielmehr wird der Inhalt durch umständliche Formulierungen erst kompliziert gemacht.

Die gute Nachricht: Diese Krankheit lässt sich heilen. Verständlich schreiben ist lernbar. Es ist keine Kunst, sondern Handwerk. Das Hamburger Verständlichkeitskonzept beschreibt vier Merkmale der Verständlichkeit. Entscheidend ist die richtige Mischung:

Vier Schritte zum verständlichen Text

1. Einfachheit

  • Einfach formulieren: Geläufige und anschauliche Wörter verwenden
  • Kein Fachchinesisch: Fachausdrücke und Abkürzungen vermeiden oder bei Bedarf erklären
  • Kurze Sätze: Ein Gedanken pro Satz – aus einem langen Satz mach lieber zwei, drei oder mehr!
  • Einfacher Satzbau: Keine Satzmonster mit Schachtel- und Klammersätzen
  • Richtig schreiben: Rechtschreibeprüfung einschalten und Duden konsultieren
⇒ Je einfacher, desto besser!

 2. Gliederung

  • Text logisch gliedern
  • Stimmiger und nachvollziehbarer Aufbau
  • Satzzeichen können Leben retten (Wir essen Opa. / Wir essen, Opa.)
  • Kurze Absätze und aussagekräftige Zwischentitel einfügen
  • Den roten Faden bis zum Schluss halten
⇒ Je übersichtlicher, desto besser!

3. Prägnanz

  • KISS: «Keep it short and simple»
  • Alles Notwendige vermitteln
  • Nicht abschweifen, Wesentliches von Unwesentlichem unterscheiden
  • Treffende Wörter verwenden: Dinge möglichst konkret und präzis benennen
  • Aktiv schreiben: Handelnde Akteure zum Subjekt des Satzes machen, Passivkonstruktionen vermeiden
⇒ So lang wie nötig, aber so kurz wie möglich!

4. Anregung

  • Beispiele und Vergleiche machen, damit sich der Leser ein Bild machen kann
  • Gefühle ansprechen, Emotionen wecken
  • Persönlich schreiben: Anekdoten und Erlebnisse einbauen
  • Treffende Zitate verwenden
  • Gute Fotos oder Grafiken
⇒ Dosiert einsetzen, nicht übertreiben!

Tools für die Textanalyse

Nun die schlechte Nachricht: Verständlich schreiben bedeutet Arbeit. Aber die Mühe lohnt sich. Verständlichkeit ist die Basis aller guten Texte. Und auch hier macht Übung den Meister. Das geht zum Beispiel mit dem Selbstlernheft zum Thema «Verständliches Schreiben – Mehr Erfolg durch gute Texte» vom deutschen Bundesministerium des Innern.

Und jetzt wieder eine gute Nachricht: Es gibt im Netz Werkzeuge, die automatisch auf Schwächen eines Textes hinweisen und Anregungen geben. Ein solches Analysetool, das auf dem Hamburger Verständlichkeitskonzept aufbaut, bietet etwa die Wortliga GmbH für 1500 Zeichen kostenlos auf wortliga.de/textanalyse an. Ein weiterer gratis Onlinetest ist auf www.leichtlesbar.ch möglich. Dieser beruht auf der Flesch-Formel, einem weiteren Index für die Lesbarkeit eines Textes.

Also machen wir gleich die Probe aufs Exempel: Wie schneiden die ersten 1500 Zeichen dieses Blogbeitrags im Vergleich zum Wertsacktext ab?

Blogtext (erste 1500 Zeichen)
Wertsacktext
Wortliga 72 Indexpunkte = knapp zu banal 25 Indexpunkte = zu schwierig
Leichtlesbar 61 Fleschpunkte = leicht (Abschlussklasse) 15 Fleschpunkte = sehr schwierig (Hochschulabschluss)
Skala:
Wortliga: <45 Indexpunkte = zu schwierig / >70 Indexpunkte = zu banal
Leichtlesbar: 0 Fleshpunkte = sehr schwierig (Hochschulabschluss) / 100 Fleshpunkte = extrem leicht (5. Klasse)

Das Ergebnis ist eine klare Sache: Während der Blogtext das Prädikat eines eingängigen Werbetextes erreicht, fällt der Wertsacktext in die Kategorie Amtsdeutsch, das dem Niveau eines Akademikers entspricht.

Aber Vorsicht: Der Online-Textprüfer hat nicht immer Recht. Manchmal trägt ein Füllwort zur Sprachmelodie bei oder hilft, etwas zu betonen. Manchmal können wir nicht auf ein langes Wort verzichten, weil es ein Schlüsselbegriff ist und es kein anderes treffendes Wort dafür gibt. Und auch der sprachlich beste Text bringt am Ende nichts, wenn ihm die Substanz fehlt.

Gute Texte machen Lesern Freude

Fazit: Gute Texte sind gut, weil sie ihren Leserinnen und Lesern Freude machen. Wichtig ist, dass der Text vom Zielpublikum verstanden wird. Es geht nicht darum, dass die schreibende Person selbst weiss, worum es geht. Der Sinn der Sache ist es, andere Personen zu erreichen. Die Formel dafür heisst: Je mehr Personen Sie mit ihrem Text erreichen wollen, desto einfacher müssen Sie ihn formulieren.

Oder in den Worten des ungarisch-amerikanischen Journalisten Joseph Pulitzer:

Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Schreibe klar – und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten.

Joseph Pulitzer, Journalist und Stifter des Pulitzer-Preises

Diskutieren Sie mit!

– Welche Beispiele für asoziale Schreibweise kennen Sie?

– Welche Tipps haben Sie, damit ein Text verstanden wird?

– Welche Tools können Sie empfehlen, um Schwächen eines Textes aufzudecken?

Weitere Tipps für Blogtexte

5 Schritte zum erfolgreichen Health Blog

Literatur

– Langer, I., Schulz von Thun, F., & Tausch, R. (2015): Sich verständlich ausdrücken. München: Reinhardt Ernst.

– Raue, P.-J., & Schneider, W. (2016): Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch.

– Salchert, M. (2012): Verständliches Schreiben – Mehr Erfolg durch gute Texte. Hrsg.: Bundesakademie für öffentliche Verwaltung im Bundesministerium des Innern.Paderborn: Bonifatius GmbH. PDF

– Schlapp, H. (2003): Einstieg in den Journalismus. Ein Leitfaden zum Handwerk. Aarau: Bildung Sauerländer.

– Schneider, W. (2002): Deutsch für Kenner. Die neue Stilkunde. München: Piper.

– Schneider. W. (2015): Deutsch für junge Profis. Wie man gut und lebendig schreibt. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch.

– Sick, B. (2004): Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Ein Wegweiser durch den Irrgarten der deutschen Sprache. Köln: Kiepenhauer & Witsch.

Fabio Mauerhofer

Mitarbeiter Kommunikation bei der Careum Stiftung

6 thoughts on “So schreiben Profis: Tipps für verständliche Texte

  • 2018-08-15 at 07:40
    Permalink

    Vielen Dank für diesen Beitrag, Fabio! … den ich natürlich auch als Aufforderung lese 😉 Die Analyse-Tools kannte ich nicht, das ist super hilfreich.
    Natürlich sollen nicht nur Blog-Beiträge, sondern auch wissenschaftliche Texte gut verständlich formuliert und flüssig lesbar sein. Kennst du denn auch Analyse-Tools für englischsprachige Texte?
    LG, Heidi

    Reply
    • 2018-08-15 at 09:19
      Permalink

      Liebe Heidi

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Es freut mich, wenn ich einen Beitrag für einfachere Texte leisten kann.

      Tatsächlich gibt es auch Analysetools für englischsprachige Texte. Solche kostenlose «readability tests» oder «text analyser» findest du zum Beispiel bei Joe’s Web Tools oder bei UsingEnglish.com.

      Sie basieren unter anderem auf dem Flesch-Kincaid-Index, dem Gunning Fog Index oder weiteren Lesbarkeitsformeln.

      Ich hoffe, dass dir diese Tools helfen, deine Sache auch im Englischen auf den Punkt zu bringen. Viel Erfolg beim Texten!

      Freundliche Grüsse

      Fabio

      Reply
  • 2018-08-15 at 12:01
    Permalink

    Lieber Fabio

    Vielen Dank für deinen erfrischenden Beitrag. Gut auch, dass du auf die Tools aufmerksam machst. Durch sie bekommen wir einen neuen Blick auf unsere Texte und lernen auch etwas über das Lesen.

    Das erinnert mich gerade an einen anderen Zugang zum Texten, wie er von Beat Döbeli Honegger vorgestellt wurde. Die Passagen von Minute 3.45-8.05 und 47.02-50.51 geben das Rezept dazu, was Informatik mit Text anstellen kann.

    Wie merken wir denn überhaupt, ob ein Text von einem Menschen stammt? Wie zuverlässig sind die Tools?

    Viel Spass beim Zuhören.

    Beat Döbeli Honegger: Wie viel Digitalisierung braucht die Schule?D
    https://doebe.li/talks/imst17/

    Aus welchem Jahr stammt dieser Text? (3.45-8.05)

    Blahfasel-Generator für Medienkonzept (47.02-50.51)

    Hier die Folien zum Nachlesen

    Aus welchem Jahr stammt dieser Text? (III)
    https://doebe.li/talks/imst17/sld010.htm

    Blahfasel-Generator bauen
    https://doebe.li/talks/imst17/sld069.htm

    Aufbau der Blahfasel-Generators (I – Medienkonzept)
    https://doebe.li/talks/imst17/sld070.htm

    Aufbau der Blahfasel-Generators (II – Qualitatives)
    https://doebe.li/talks/imst17/sld071.htm

    Aufbau der Blahfasel-Generators (III – Quantatives)
    https://doebe.li/talks/imst17/sld072.htm

    Ein Blahfasel-Generator für die Primarschule
    https://doebe.li/talks/imst17/sld073.htm

    Herzliche Grüsse
    Yvonne

    Reply
    • 2018-08-15 at 15:03
      Permalink

      Liebe Yvonne

      Vielen Dank für deinen Kommentar und deinen spannenden Input. Die Informatik kann sicher beim Texten unterstützen. Das zeigt sich nicht zuletzt beim Datenjournalismus: So entlarvten Buzzfeed und die BBC etwa mit Datensätzen aus 26’000 Tennisspielen ein ganzes Manipulationsnetzwerk aus Profispielern (siehe: http://www.buzzfeednews.com/article/heidiblake/the-tennis-racket).

      Trotzdem glaube ich nicht daran, dass Textgeneratoren uns die Schreibarbeit komplett abnehmen können oder dass Roboterreporter menschliche Journalisten im grossen Stil ersetzen werden. Textgeneratoren und Roboter sind beim Schreiben nämlich immer auf den vorhanden Datensatz limitiert. Es wird weiterhin Menschen brauchen, um (auch von Software geschriebene) Texte in einen respektive in den richtigen Kontext zu setzen.

      Liebe Grüsse

      Fabio

      Reply
  • 2018-08-20 at 15:55
    Permalink

    Lieber Fabio
    Lieben Dank für den gelungenen Beitrag! Ich schliesse mich Heidi Kaspar an: Auch Wissenschaftler/innen sollten lesbar schreiben. Natürlich meine ich damit nicht, dass man wissenschaftliche Abhandlungen im Stil der grossen nationalen Zeitung mit den ebenfalls grossen fünf Lettern verfassen sollte. ABER: Komplexe Inhalte müssen nicht durch eine komplizierte Sprache aufgebläht werden. Und das Wichtigste dünkt mich: präzise schreiben! Das klingt einfach, ist es aber nicht. Es ist das Schwierigste überhaupt.
    Ein wissenschaftlicher Autor, eine wissenschaftliche Autorin muss zudem ein Herz für Leser haben, muss die (in unserem Falle) deutsche Sprache lieben. Denn: wir wollen doch in erster Linie gelesen werden. Ein Satz, der sich mir eingeprägt hat in meinem Studium (ich weiss leider die Quelle nicht mehr, ein Historiker, vermute ich): “Wenn der Leser Sie nicht versteht, dann haben Sie etwas falsch gemacht, nicht er. Gehen Sie zurück in Ihre Studierstube und schreiben Sie es neu!”

    Und auch hier gilt das Goethe’sche Diktum: “Bedenke wohl die erste Zeile!” – ein wissenschaftlicher Text, der ansprechend beginnt, hat höhere Chancen, seine Leserschaft zu packen! Man mag jetzt einwenden: “Aber wir schreiben doch für die wissenschaftliche Zunft, einen gewissen Background darf man doch erwarten!” Sicher, darf man, soll man sogar. Aber: Erstens bleibt die Wissenschaftssprache weiterhin komplex, auch ohne seitenlange Verschachtelungen. Dafür sorgen bereits Fachtermini und komplexe Gedankengänge. Zweitens, auch wissenschaftlich versierte Lesende haben manchmal die Aufmerksamkeitsspanne einer Stubenfliege. Und auch sie schätzen einen präzisen, nachvollziehbaren Aufbau und eine klare Sprache. Denn Hand aufs Herz: In der Wissenschaft hat man ja selbst – zwischen Forschung, Anträge schreiben und publizieren – keine Zeit, überkomplexe Texte im reinen Nominalstil zu lesen, die man zuerst sprachlich derart auseinandernehmen muss wie anno dazumals im Lateinuntericht: Prädikat, Subjekt und Objekt suchen, Satzaufbau bestimmen, übersetzen… Das ärgert den Leser, der im schlimmsten Fall mit dem Lesen aufhört. Schlimmer ist dieser Ausgang aber für den Schreibenden selbst: Die Leserschaft wurde gerade um eine Person reduziert.
    Wenn man ehrlich zu sich selbst ist (diese Erfahrung hat jedenfalls die Schreibende gemacht), dann ist ein verschachteltes Unding, gespickt mit vielen gescheiten Nomen, manchmal schlicht das Abbild der eigenen Unordnung im Kopf. Man vernebelt dann so sprachlich sein eigenes Unvermögen im Ausdruck. Oft kann man nämlich den komplexen Gedanken nicht richtig ausformulieren, er verklemmt sozusagen in der Synapse, ist nicht fassbar. Wenn man dann klarer sieht und denkt, lässt sich in der Regel meist auch klarer und präziser formulieren – es auf den Punkt bringen.

    An dieser Stelle sei auf “Wider die großen Worte: Ein Plädoyer für intellektuelle Redlichkeit” des Philosophen Karl Popper verwiesen, der das Dilemma ganz treffend auf den Punkt brachte: “Jeder Intellektuelle hat eine ganz spezielle Verantwortung. Er hat das Privileg und die Gelegenheit, zu studieren. Dafür schuldet er es seinen Mitmenschen (oder „der Gesellschaft“), die Ergebnisse seines Studiums in der einfachsten und klarsten und bescheidensten Form darzustellen. […] Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er’s klar sagen kann.”
    An den deutschsprachigen Universitäten und Fachhochschulen wird deshalb seit etwa 20 Jahren in Kursen für wissenschaftliches Schreiben vermehrt das Augenmerk auf den Schreibstil – und im besten Fall: auf einen schönen Schreibstil! – gelegt. Die Angelsachsen haben in der Wissenschaft übrigens ein entspannteres Verhältnis zur süffigeren Schreibweise – wissenschaftliche Texte dürfen dort beim Lesen Spass machen, ohne dass es sofort als unseriös gilt.
    Natürlich gilt: Auch gute Wissenschaftler/innen sind nicht zwangsläufig versierte Schreiber mit einem eleganten Stil. Aber: Das präzise Schreiben lässt sich lernen – jedenfalls bis zu einem gewissen Grad. Der Rest ist Talent.

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    • 2018-08-24 at 15:59
      Permalink

      Liebe Milena

      Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Ich teile deine Gedanken. Ich habe den Spruch «Wenn der Leser Sie nicht versteht, dann haben Sie etwas falsch gemacht, nicht er. Gehen Sie zurück in Ihre Studierstube und schreiben Sie es neu!» in ähnlicher Form im Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Fribourg mehrmals gehört, kann die Quelle aber leider ebenfalls auf Anhieb nicht nennen.

      Ich erinnere mich aber noch gut an meinen ehemaligen Rhetorik-Dozenten Wolfram Obert. Er hat uns immer eingetrichtert, dass die ersten (vielleicht) 10 Sätze eines Vortrages oder eines Referats die wichtigsten sind. Wenn diese nicht sitzen und nicht überzeugen können, dann musst du den Rest erst gar nicht mehr erzählen. Das interessiert sowieso kein Schwein mehr. Das gleiche Prinzip gilt in meinen Augen auch für einen Text. Und überzeugen heisst in diesem Fall eben nicht, dass man mit Fachausdrücken um sich schlagen kann. Vielmehr bedeutet es, dass man die Leserschaft mit treffender, bildlicher, präziser, einfacher und klarer Sprache fesseln kann.

      Liebe Grüsse

      Fabio

      Reply

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