6 Monate am Drücker: CEO zieht erste Bilanz

In Kürze: Michael Gysi, CEO der Careum Stiftung, zieht nach einem halben Jahr im Amt eine erste Bilanz. Der 50-Jährige spricht im Interview über Aufsteller, erste Erfolge und Parallelen zu seinem früheren Job als Leiter des landwirtschaftlichen Forschungszentrums Agroscope.

Michael Gysi ist seit August 2018 CEO bei Careum. Er übernahm die Aufgaben des Leitenden Ausschusses, der mit der neu geschaffenen Position aufgelöst wurde. Der 50-Jährige war zuvor CEO von Agroscope, dem Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung. Dort führte Michael Gysi 1200 Mitarbeitende an 7 Haupt- und 20 Nebenstandorten. Er ist promovierter Umweltnaturwissenschaftler ETH und bildete sich in einem Executive MBA HSG betriebswirtschaftlich weiter. 2012 wurde Michael Gysi zum Titularprofessor der Universität Bern ernannt. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach sechs Monaten bei Careum stellt er sich erstmals den Fragen der Blogredaktion.

Was hat Sie an der neu geschaffenen Position des CEO von Careum gereizt?

«Drei wesentliche Punkte waren für mich entscheidend. Erstens ist die inhaltliche Ausrichtung von Careum auf Bildung und Gesundheit für mich persönlich motivierend und stellt eine für die Gesellschaft in der Schweiz wesentliche Herausforderung für die Zukunft dar. Zweitens bieten sich grosse Handlungsspielräume, weil die Stelle neu geschaffen wurde und Careum sich in den letzten Jahren sehr stark entwickelt hat. Drittens bringe ich Kenntnisse, Fertigkeiten und Kontakte für die neue Stelle mit und kann diese in der neuen Position einbringen.»

Sie waren vorher CEO bei Agroscope. Welche Parallelen sehen Sie mit der Gesundheits- und Bildungswelt von Careum?

«Es gibt tatsächlich verschiedene Übereinstimmungen: Sowohl Careum als auch Agroscope sind ausgesprochene Expertenorganisationen und müssen entsprechend geführt werden. Der Motivation und Sinnstiftung von Mitarbeitenden kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Eine weitere Parallele ist, dass sowohl der Gesundheits- als auch der landwirtschaftliche Bereich in der Schweiz sehr stark durch staatliche Eingriffe reglementiert sind. Mit diesen gilt es umzugehen und sie sinnvoll zu nutzen.»

Die inhaltliche Ausrichtung auf Ausbildung und Gesundheit stellt eine für die Gesellschaft in der Schweiz wesentliche Herausforderung für die Zukunft dar.Michael Gysi, CEO von Careum

Wie fällt Ihre Bilanz nach einem halben Jahr aus?

«Mein Fazit ist durchwegs sehr positiv. Freude bereiteten mir in den vergangenen Monaten vor allem die vielen Begegnungen mit motivierten und hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Natürlich habe ich auch die Gelegenheit wahrgenommen, das Kerngeschäft von Careum besser kennenzulernen. Beispielsweise mit Hospitationen auf den verschiedenen Bildungsstufen. Ausserdem konnten wir gemeinsam bereits in diesem ersten halben Jahr einige wichtige Arbeiten entscheidend vorantreiben und entwickeln.»

Was konnten Sie denn bereits bewegen?

«Beispielsweise sind die Vorbereitungsarbeiten für den Provisoriumsbau auf dem Careum Campus weit gediehen. Zudem schreiten die Bemühungen im Bereich Gesundheitskompetenz voran: Am 8. Januar 2019 fand die gemeinsame Medienkonferenz mit der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich zum Programm «Gesundheitskompetenz Zürich» statt. Ein weiterer wichtiger Schritt ist der Ausbau unseres Teams: Mit Dominique Vogt, bisherige Leiterin der Nationalen Koordinierungsstelle Gesundheitskompetenz an der Hertie School of Governance, konnten wir eine ausgewiesene Expertin für uns gewinnen. Sie wird ab März 2019 den Bereich Gesundheitskompetenz bei Careum leiten.»

Gut informiert entscheiden
Der Gesundheitskompetenz kommt in einer immer offeneren, komplexeren und unübersichtlicheren Gesundheitswelt eine immer grössere Bedeutung zu. Gesundheitskompetenz bezeichnet die Fähigkeit, im Meer der oft widersprüchlichen Informationen geschickt zu navigieren, verfügbares Wissen zu bewerten und darauf gestützt gut fundierte Entscheide fällen zu können. Deshalb spannen die Careum Stiftung und die Gesundheitsdirektion im Programm «Gesundheitskompetenz Zürich» zusammen, um die Gesundheitskompetenz der Einwohnerinnen und Einwohner wie auch der Gesundheitsorganisationen im Kanton Zürich zu stärken. Das erste Projekt ist ein Selbstcheck für Gesundheitsorganisationen.

Was war für Sie der grösste Aufsteller?

«Careum wird im Umfeld durchwegs äusserst positiv wahrgenommen. Es macht Freude für eine Institution einzustehen, die über ein so grosses und positives Renommee verfügt. Ebenfalls sehr motivierend ist die Tatsache, dass das Führungsteam von Careum eine Strategie und damit neue zukunftsfähige Visionen für die kommenden Jahre ausarbeiten kann. Dadurch ergibt sich die Gelegenheit, mit internen und externen Anspruchsgruppen über die mittel- und langfristige Weiterentwicklung von Careum zu sprechen.»

Es macht Freude für eine Institution einzustehen, die über ein so grosses und positives Renommee verfügt.Michael Gysi, CEO von Careum

Was steht 2019 im Vordergrund?

«Das Jahr 2019 steht ganz im Zeichen der Strategiedefinition. In diesem Zusammenhang müssen wir die Fragen beantworten, welche massgeblichen Leistungen Careum in den kommenden vier Jahren erarbeiten soll und in welche Richtung Careum sich langfristig entwickelt. Dies scheint mir für 2019 die absolut zentrale Fragestellung zu sein.»

Und wo steht Careum in 15 Jahren?

«Diese Frage soll am Ende des Strategieprozesses beantwortet sein. Ich bin selber gespannt auf das Resultat.»

Vison | Foto: Pixabay.com
In welche Richtung soll sich Careum langfristig entwicklen? | Foto: Pixabay.com

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– Wie sieht Ihre Vision von Careum in 15 Jahren aus?

– In welchem Bereich kann oder muss sich Careum noch verbessern?

– Was wollten Sie dem CEO von Careum schon immer mal sagen?

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Die Careum Stiftung im Kurzporträt
Das Leitbild der Careum Stiftung
Programm «Gesundheitskompetenz Zürich»

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Fabio Mauerhofer

Mitarbeiter Kommunikation bei der Careum Stiftung

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