Stillen stärkt Gesundheit!

Warum stillen? Fachleute empfehlen einstimmig allen Müttern, Kinder möglichst lange zu stillen. Warum Muttermilch die einfachste und gesündeste Nahrung für Säuglinge ist und welche gesundheitlichen sowie psychosozialen Vorteile das Stillen für Mutter und Kind mit sich bringt, thematisiert dieser Beitrag.

Empfehlungen aus Expertensicht

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Neugeborene sechs Monate lang ausschliesslich zu stillen. Wenn Beikost hinzukommt, sollten Mütter bis zu zwei Jahre oder auch länger weiterstillen – so lange, wie es Mutter und Kind wünschen. Fachleute und Organisationen wie die Schweizer Stiftung zur Förderung des Stillens oder La Leche League stützen diese Empfehlung.

Manche Kinder können bereits ab dem 5. Lebensmonat feste Nahrung als Brei erhalten. Die Einführung dieser Beikost sollte erst um den 6. Lebensmonat erfolgen, jedoch nicht vor der 17. Lebenswoche und nicht nach der 26. Lebenswoche. Bis zu diesem Zeitpunkt deckt das Stillen den Flüssigkeitsbedarf eines gesunden Säuglings. Während dieser Stillzeit braucht es i. d. R. keine zusätzliche Flüssigkeit ==> Österreichisches Gesundheitsportal.

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Ernährung des Säuglings (Quelle: Richtig essen von Anfang an!)

Aktuelle Studienergebnisse zur Säuglingsernährung und Gesundheit im ersten Lebensjahr (SWIFS) zeigen, dass Mütter in der Schweiz den nationalen Empfehlungen zum Stillen und zur Säuglingsernährung weitgehend folgen. Durchs Stillen werden auch Angehörige, Arbeitgeber und die gesamte Gesellschaft von Folgen und Nebenwirkungen gesundheitlicher Beeinträchtigungen entlastet.

Vorteile für das Kind …

Stillen fördert durch die optimale Zusammensetzung, Menge und Temperatur der Muttermilch das Wachstum des Kindes und stärkt die Immunabwehr. Beispielsweise wird das Risiko für Magen-Darm- und andere Infektionen oder Allergien bei vorbelasteten Kindern gesenkt. Stillen kann ausserdem helfen, starkes Übergewicht bei heranwachsenden Kindern vorzubeugen ==> WHO 2007, Cochrane Database, Syst Rev. 2011, Merkblatt SGE 2012.

Da der Geschmack der Muttermilch durch die Ernährung der Mutter beeinflusst wird, kann das Kind viele sensorische Erfahrungen machen. Gleichzeitig stärkt Stillen die Mutter-Kind-Bindung. Das bedeutet für den Säugling Zuwendung, Nähe und Wärme, Sicherheit und Geborgenheit.

… und für die Mutter

Unmittelbar nach der Geburt wirkt Stillen starken Nachblutungen entgegen und fördert die Rückbildung der Gebärmutter. Es kann das Wiedereinsetzen der Menstruation hinauszögern und somit zum Empfängnisschutz beitragen. Stillende Frauen sind seltener von Eisenmangel und Anämie betroffen, ausserdem tragen sie keineswegs ein erhöhtes Risiko für Osteoporose. Sie profitieren von Ruhezeiten, die sich durch das Stillen ergeben. Bluthochdruck und andere Herz-Kreislauferkrankungen werden bei ihnen sowohl vor wie auch nach der Menopause seltener festgestellt.  ==> WirbelWind 01/2013.

Was sind die wichtigsten Elemente einer gelingenden Stillbeziehung? Auf den Punkt bringt es La Leche League Schweiz:

«Bald stillen – oft stillen – uneingeschränkt stillen – keine Flüssigkeit oder andere Nahrung dazugeben (ausser in medizinisch begründeten Fällen).»

Fragen zur Stillzeit

Die erste Zeit mit einem Neugeborenen ist aufregend, aber auch herausfordernd. Für Mütter und Väter tut sich eine völlig neue Lebenssituation auf und es stellen sich viele Fragen rund um Säuglingspflege, Wochenbett und Stillen:

  • Stillen – warum überhaupt?
  • Welche Stillpositionen gibt es?
  • Wie häufig soll ich mein Baby stillen?
  • Wie weiss ich, ob mein Kind genug Milch bekommt?
  • Darf ich als stillende Mutter alles essen?
  • Wie lange solle ein Kind gestillt werden?
  • Welche Abstillmethoden gibt es?
  • Kann ich weiterstillen, wenn ich wieder arbeiten gehe?
  • Welche Milchpumpe ist für mich geeignet?

Leicht verständliche und umsetzbare Antworten zu diesen Fragen können erfahrene Müttern und Fachpersonen geben.

Wissen bündeln, für Eltern aufbereiten

Verschiedene Organisationen im deutschsprachigen Raum tragen den aktuellen Wissensstand rund ums Stillen zusammen. Für Eltern bereiten sie die Informationen leserfreundlich auf. In Österreich existiert das Programm «Richtig essen von Anfang an!» mit einer Website für Eltern und Fachpersonen. Die La Leche League Schweiz bietet neben Wissen rund um die Stillzeit auch Stillberatungen durch erfahrene Mütter und regionale Stilltreffen an.

Sachcomic «Neuland»

Einen innovativen Weg zur Vermittlung von Informationen rund um das Stillen hat die Schweizer Stiftung zur Förderung des Stillens beschritten: ein Sachcomic. Dieser ist beim Careum Verlag erschienen und vermittelt auf lockere, spielerische Art Informationen zum Thema Stillen und Wochenbett. Angesprochen werden erprobte, «frischgebackene» sowie werdende Eltern und das Comicheft kann bei der Stillberatung eingesetzt werden. Eine Begleitbroschüre gibt Antworten zu häufigen Fragen in dieser spannenden oft aber auch anstrengenden Zeit im Leben junger Familien.

Ratgeber rund ums Stillen
Ratgeber rund ums Stillen (Quelle: Careum Verlag 2015)

Weitere Informationen zum Sachcomic beim Careum Verlag >>

Ihre Gedanken und Meinung?

Was halten Sie von einem Sachcomic als Ratgeber und Gesundheitsinformation?

Haben Sie schon Erfahrungen mit solchen Medien gemacht?

Für welche Zielgruppen sind Gesundheitsinformationen als Comic besonders geeignet?


Die Autorin dankt Sylvie Schumacher vom Kompetenzzentrum Patientenbildung, Careum Forschung, für die inhaltliche Mitarbeit bei diesem Beitrag.


 

Marion Leu

Marion Leu ist im Careum Verlag für die Entwicklung, Produktion und Vermittlung von E-Books tätig. Mit E-Books im Unterricht lehren oder lernen erleichtert die Vor- und Nachbereitung - ein Erfolg in alle Richtungen.

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