Problem-based Learning greift Kompetenz auf

PBL2016 – Kompetenzen fördern – Zukunft gestalten

Wer heute einen Bildungsabschluss vorweisen kann, weist Qualifikationen und damit erworbene Kompetenzen aus.

Weil Kompetenzen immer an eine konkrete Praxis gebunden sind, werden sie in einem handlungsorientierten Kontext erworben. Das hat Konsequenzen für die Aus- und Weiterbildung.

Lesen Sie in der dreiteiligen Blogserie von Geri Thomann, weshalb ein Bildungsangebot heute den Ansprüchen an Kompetenzorientierung genügen muss.

teamarbeitWo liegt der Bezugsrahmen von Kompetenz für Hochschule und Berufsbildung?
Bildung und Kompetenz: So sind Abschlüsse vergleichbar

 

Gemeinsam lernenWelche Bedeutung hat Kompetenz in der Arbeitswelt?
Bildung und Kompetenz: Das zeigt die berufliche Praxis

 

Gemeinsam lernenWie soll Unterricht gestaltet werden, der selbstgesteuerte Lernformen wie Problem-based Learning und verwandte Ansätze umsetzt?
Bildung und Kompetenz: 5 Prinzipien für den Erfolg

 

PBL Kongress 2016
PBL2016Die Beiträge erscheinen im Kontext zum Kongress PBL2016: Problem-based Learning – Kompetenzen fördern – Zukunft gestalten. 16. bis 17. Juni 2016, Zürich | Anmeldung.

PBL live auf dem Careum Campus am 15.6.2016
Gewinnen Sie einen Einblick in die HF Ausbildungen im Gesundheitswesen und erleben Sie, wie Studierende nach dem Konzept des Problem basierten Lernens ausgebildet werden. Informationen und Anmeldung PBL live.

Diskutieren Sie hier und am Anlass:

– Was bringt PBL für Bildung und Kompetenz?

– Was inspiriert Sie, wo haben Sie Fragen?

Erfahren Sie im folgenden Abschnitt mehr zu den Anfängen der Diskussion um Kompetenz und Bildung. Der Beitrag wurde von Geri Thomann verfasst.

Von «Schlüsselqualifikationen» zu «überfachlichen Kompetenzen»

Im deutschsprachigen Raum ist die Begriffsgeschichte zu «Kompetenz» eine ältere: Um die individuelle Anpassungsfähigkeit der Arbeitnehmenden an sich verändernden Arbeitsbedingungen zu gewährleisten, wurde im Rahmen der arbeitsmarktpolitischen Debatte Ende der 1960er und anfangs der 1970er Jahre in Deutschland der Begriff «Schlüsselqualifikation» – häufig mit «Schlüsselkompetenz» gleichgesetzt – lanciert.

Sein Erfinder, Dieter Mertens, damaliger Leiter des deutschen Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, verstand darunter Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, welche nicht berufsspezifisch sind, lange anhalten und unvorhersehbare Anforderungen bewältigen lassen.

Handlungsorientierung und Erfahrungswissen ergänzten dadurch das Primat der rein fachlichen Orientierung. Heute spricht und schreibt man diesbezüglich von überfachlichen Kompetenzen.

Diskutieren Sie mit und kommentieren Sie!

– Kennen Sie weitere Artikel zum Thema Kompetenz und Bildung?

– Wo reden Sie von überfachlichen Kompetenzen?

Lesenswert

Die Quellenangaben beziehen sich auf die gesamte Artikelserie und wurden von Geri Thomann zusammengestellt.

Bachmann, H. (Hrsg.) (2014). Kompetenzorientierte Hochschullehre (2., überarbeitete und erweiterte Auflage). Bern: hep. (PDF 1.9MB)

Calchera, F., Weber, J.Chr.(1990): Entwicklung und Förderung von Basiskompetenzen. Berlin/Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung.

Ghisla, G., Bausch, L.,Boldrini, E. (2008): CoRe-Kompetenzen-Ressourcen. Ein Modell für die Curriculumsentwicklung in der Berufsbildung. In: Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik 104. Band, Heft 3. Stuttgart (PDF 420 KB)

Le Boterf, G. (2000): Construire les compétences individuelles et collectives. Paris: Editions d’ Organisation. (PDF 481 KB)

Reinmann-Rothmeier G. / Mandl H. (2001). Unterrichten und Lernumgebungen gestalten. In: Krapp A. / Weidenmann B. (Hrsg). Pädagogische Psychologie. Weinheim: Beltz. 4. Aufl.

Siebert, Horst (2011),: Lernen und Bildung Erwachsener. Bielefeld: Bertelsmann, 2. Aufl.

Strauch, A. et al. (2009): Kompetenzerfassung in der Weiterbildung. Bielefeld: Bertelsmann

Zu NQR der Hochschulen 

Zu NQR Berufsbildung

Zum Verhältnis Berufsbildung-Hochschulen

 

Yvonne Vignoli

Pädagogisch wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Careum - seit September 2014 Meine Arbeitsfelder der letzten Jahre Konzeptarbeit für Lernen mit neuen Medien und Internet in Bildungsinstitutionen Dozententätigkeit und Projektmanagement - im Bereich Ausbildung der Ausbildenden, Webauftritte, Projekte mit Socialmedia Plattformen

9 thoughts on “Problem-based Learning greift Kompetenz auf

  • 2016-02-07 at 18:16
    Permalink

    Überfachliche Kompetenzen sind für die Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen des Berufsalltags elementar, denn:
    Immer schnellere Entwicklungen und Forschungsergebnisse generieren immer mehr Wissen, das ebenso schnell angewendet werden soll.
    Social Learning und Performance Learning werden dabei immer wichtiger und setzen folgende überfachliche Fähigkeiten voraus:
    1. Methodenkompetenz: Informationsverarbeitung, Lernstrategien, Recherche, Präsentation
    2. Sozialkompetenz: Kooperation, Teamarbeit, Konfliktfähigkeit, Kommunikation, Umgang mit Diversity
    3. Selbstkompetenz: Reflexion, Selbständigkeit, Konzentration und Durchhaltevermögen, Neugierde, Selbstmotivation, Selbstbewusstsein

    Lernen wird zunehmend gar nicht mehr als solches wahrgenommen, sondern als Problemlösung, die mit dem Erfahrungswissen und zusammen mit anderen Erfahrungsträgern realisiert wird.

    Die Vermittlung von fachlichem Grundwissen als Startkapital und die Förderung der überfachlichen Kompetenzen als Basis für die Weiterentwicklung sind die Themen von morgen.

    Reply
    • 2016-02-07 at 21:10
      Permalink

      Liebe Elvira
      Vielen Dank, dass du den Dialog zu den überfachlichen Kompetenzen aufgenommen hast.
      Kannst du mir noch ein paar genauere Angaben machen zu Performance Learning?
      – Gibt es da Links und Praxiserfahrungen, die wir hier noch einbauen könnten?
      – Kennst du Autorinnen oder Autoren, die sich damit beschäftigen?

      Dann finde ich deine Aussage spannend, dass Lernen überhaupt immer mehr als Problemlösen wahrgenommen wird. Wenn ich dich richtig verstehe, ist das auch unabhängig von Unterricht gemeint. Weiterbildung können wir so auch in einem breiteren Rahmen denken.
      – Was meinst du dazu?
      – Wie verändert sich Weiterbildung in einem solch offenen Setting?
      – Gibt es da Erfahrungen?

      Herzliche Grüsse
      Yvonne

      Reply
      • 2016-02-08 at 16:55
        Permalink

        Liebe Yvonne
        Ich denke Weiterbildung eher aus der innerbetrieblichen Perspektive, Bildungsanbieter und ihre Angebote sind aber ein wichtiger Teil davon.
        Performance Learning ist ja etwas, das mich schon seit Jahren umtreibt. Damals nannte ich es noch “just in time” learning: angenommen, es fehlt bei der Arbeit ein wichtiger Input an Wissen, um weiterzukommen, wo krieg ich genau dieses Wissen so auf die Schnelle denn nun her?

        Es gibt heute mächtige LMS, die solche Performance-Programme in die Unternehmen bringen, z.B. zu SAP.

        Aber ich denke eher an die “kleinen Helfer”, die wir im Social Network finden. Denkende Köpfe, die uns weiterhelfen mit ihrem Wissen – deshalb Social Learning.
        Hier steht das Problemlösen im Mittelpunkt und das Lernen passiert dabei fast unbemerkt so nebenbei.

        Nach Links und AutorInnen fragst du. Hier erst mal ein Anlass: Die eLearning Summit Tour (sie wird auch 2016 wieder stattfinden).

        Eine “gute” Adresse ist auch scil.

        Und dann halt Kontakte über Twitter, LinkedIn und Xing

        Es ist oft ein bisschen wie Perlentauchen, ab und zu findet man eine 🙂
        Jane Hart sei hier namentlich genannt.

        herzliche Grüsse
        Elvira

        Reply
        • 2016-02-08 at 20:23
          Permalink

          Liebe Elvira
          Danke für die Ergänzungen. Sie beantworten meine Fragen und inspirieren erneut. Es sind relevante Adressen mit grossen Expertisen, denn sie blicken alle auf langjährige Erfahrung zurück. Gleichzeitig erneuern sie sich immer wieder in ihren Ansätzen – und das ermutigt, auch immer wieder neue Wege einzuschlagen.

          Bei der innerbetrieblichen Weiterbildung zeigt sich besonders, dass Lernen auf Vorrat nicht nachhaltig funktioniert. Mit Online-Vernetzungen kommen wir passgenauer zum Ziel (angenommen wir wissen, wo Perlen zu finden sind): Wenn wir vor einer neuen Aufgabe stehen und Lösungen suchen, unterstützt uns der Kontakt mit anderen Expertinnen und Experten im Netzwerk. Im gemeinsamen Austausch entstehen neue Wege, wir bilden neue Verknüpfungen, es entstehen auch neue Beziehungen.

          Warum das Gleiche also nicht von Anfang an in Bildungsgängen leben?
          Social Learning erweitert Dimensionen und dringt immer mehr in die klassische Aus- und Weiterbildung. Es ergänzt das formale Lernen in Bildungsgängen mit informellem Lernen im Austausch. Wenn sich beides, auch konzeptionell, miteinander verknüpfen lässt, wächst daraus die Lernkultur des selbstgesteuerten Lernens.

          Und hier sind wir wieder bei unserem Ausgangspunkt, wo du sagtest: “Überfachliche Kompetenzen sind für die Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen des Berufsalltags elementar”.

          Besten Dank und alles Gute.
          Yvonne

          Reply
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