Partizipation im Projektalltag — wer wirkt mit?

In Kürze: Vor einem Jahr startete ein partizipatives Innovationsprojekt, um das Selbstmanagementprogramm Evivo «Gesund und aktiv leben» zu vereinfachen. Das Ziel ist, das Angebot für Menschen mit Sprachbarrieren zu öffnen. Nur mit dem Engagement diverser Mitwirkender konnten die vielen Schritte getan werden. Wer alles an dem Projekt beteiligt ist, stellt dieser Blog-Beitrag vor.

Das Projekt des Kompetenzzentrums Patientenbildung will das Evivo Kursprogramm so anpassen, dass es für Personen mit sprachlichen Einschränkungen leichter zugänglich wird (zum Beispiel aufgrund einer Lese- und Schreibschwäche oder eines Migrationshintergrunds). Hintergründe und Details zum Projekt finden Sie in meinem Blogbeitrag vom Januar 2016. Die Grafik zeigt das Vorgehen in drei Projektphasen: Identifikation des Anpassungsbedarfs, Konzeption und Pilotierung des angepassten Kursprogramms.

Evivo-Anpassung-Grafik-Projektverlauf

Vertretende der Zielgruppe sind bereits in verschiedenen Projektphasen involviert. Zudem wirk(t)en zahlreiche Akteure in dem Projekt mit – zum Beispiel die Evivo Partner, die seit der Einführungsphase und als Mitglieder des Vereins Evivo Netzwerk das Kursprogramm in Bern und Zürich umsetzen.

Vier Projektpartner an zwei Pilotstandorten

Von Anfang an dabei waren die SaluToMed AG und dialog-gesundheit Schweiz aus Zollikofen bei Bern. Die Praxis für integrative Medizin und die Nonprofit-Organisation in der gemeindenahen Gesundheitsversorgung stellten bereits 2012 in den Evivo Kursen ein grosses Interesse von Frauen mit Migrationshintergrund fest. So liessen sie einige Teilnehmerinnen zu Kursleiterinnen ausbilden.

Seither sammelten diese im Evivo Kurs ermutigende Erfahrungen mit Menschen mit Migrationshintergrund, die mit Krankheit oder chronischen Beschwerden leben. Um das Kursangebot breiter zugänglich zu machen, setzen sich SaluToMed AG und dialog-gesundheit Schweiz im aktuellen Projekt als Pilotstandort für das angepasste Evivo Kursprogramm ein. Der Evivo Pilotkurs hat hier von Mai bis Juni 2016 erfolgreich stattgefunden.

Als zweiten Pilotstandort für das angepasste Kursprogramm engagieren sich Evivo Partner aus Zürich: die Spitex Zürich Limmat und die Stiftung Diakoniewerk Neumünster. Mit dem Thema Migration betreten sie im Zusammenhang mit dem Evivo Kurs Neuland. Doch sie bringen aus ihrer Praxis vielfältige Erfahrungen mit Menschen mit Migrationshintergrund mit: als Kundinnen und Kunden, Mitarbeitende oder Auszubildende. Der Evivo Pilotkurs wird hier von Oktober bis November 2016 stattfinden.

Vier Logos Partner

Workshops zur Bedarfsanalyse

Im Herbst 2015 fanden zwei Workshops statt, um den Anpassungsbedarf im bestehenden Evivo Kursprogramm zu ermitteln. Im ersten Workshop teilten neun «Evivo Expertinnen» ihre persönlichen Erfahrungen mit den Projektverantwortlichen.

Im zweiten Experten-Workshop mit Fachpersonen aus dem Bereich Gesundheit, Migration und Integration ging es darum, strukturelle und organisatorische Aspekte in den Blick zu nehmen, um das Kursangebot für die Zielgruppe zu öffnen. Folgende Organisationen wirkten mit:

  • Kanton Aargau, Departement Gesundheit und Soziales, Sektion Gesundheitsförderung und Prävention
  • femmesTISCHE Schweiz
  • SaluToMed AG und dialog-gesundheit Schweiz
  • Schweizerisches Rotes Kreuz, Departement Gesundheit und Integration

In einem Treffen konnten alle Mitwirkenden die Ergebnisse aus den Workshops und deren Umsetzung gemeinsam besprechen, sie verändern, ablehnen oder befürworten. Einige Stimmen dazu:

Ein lohnenswertes Projekt – ich freue mich sehr, meinen Teil zum Gelingen beizutragen! (ehemalige Kursteilnehmerin)

Ich bin begeistert, was an Veränderung möglich ist, wenn Erfahrungen aus dem Kurserleben einfliessen und ernst genommen werden. (Evivo Projektpartner)

Zentrale Akteure an den Pilotstandorten

Evivo Trainer werteten im nächsten Schritt die empfohlenen Anpassungen im Evivo Kursprogramm aus. Anschliessend passten sie das Manual für Kursleitungen inhaltlich, strukturell und sprachlich an. Um die Kurskoordination zu unterstützen, entwickelten sie eine Checkliste mit Hinweisen, worauf bei der Öffnung des Kursangebots für die Zielgruppe zu achten ist.  Dann erfolgte durch eine Trainerin ein «Update Training» für die Kursleiterinnen zu den Änderungen im Kursprogramm. Sie besuchte die Gruppen an einem Kurstag, um die Qualität der Umsetzung sicherzustellen.

Die Koordinatorinnen an den beiden Pilotstandorten Bern und Zürich sorgten vor Ort dafür, das Angebot bei der Zielgruppe bekannt zu machen. Sie waren dafür verantwortlich,  den Kurs von A bis Z zu planen, zu bewerben und zu organisieren. Als langjährige Evivo Kursleiterinnen bringen sie viel Praxiserfahrung mit, um die Zielgruppen über geeignete Kanäle anzusprechen. In Bern unterstützten die beiden Kursleiterinnen mit Migrationshintergrund die Koordinatorin. Und in Zürich erwies sich das Projekt AltuM bei HEKS als Türöffner zur Zielgruppe.

Je zwei erfahrene Kursleiterinnen führten den Evivo Kurs durch. Als Rollenmodelle lebten die Kursleiterinnen vor, wie sie die Herausforderungen chronischer Krankheit zum Beispiel auch mit sprachlichen Einschränkungen meistern können. Bei Bedarf übersetzten Kursleiterinnen, die einen Migrationshintergrund haben, einzelne Begriffe oder Passagen in ihre Mutter- oder eine Verkehrssprache (zum Beispiel Italienisch oder Arabisch). Auch eine wichtige Rolle spielen sie dabei, die Ergebnisse und weiteren Entwicklungen rund um das Projekt bekannt zu machen. An der nationalen Tagung «Gesundheit und Armut» vom 24. Juni 2016 in Bern ist das bereits gelungen.

Download der Slides als PDF Datei 540KB

Nicht zuletzt sind die Teilnehmerinnen im Kurs zentral: Nur mit ihnen kann das Projekt zum Erfolg werden. Wie sie den Kurs erlebten und was sie daraus für ihr Leben mitnahmen, sind wichtige Erkenntnisse für das Projekt und Evivo insgesamt.

Wie trägt Evivo «Gesund und aktiv leben» dazu bei, die Gesundheitskompetenz und Selbstmanagementfähigkeiten der Projektzielgruppe zu fördern? Die Erfahrungen der Beteiligten in Interviews zu sammeln und auszuwerten, hilft, dies besser zu verstehen. Davon wird in diesem Blog künftig noch mehr zu lesen sein.

Begleitgruppe

Seit dem Projektstart steht dem Projekt eine Begleitgruppe beratend zur Seite. Unterschiedliche Kompetenzen und Organisationen sind hier vertreten:

  • SaluToMed und dialog-gesundheit Schweiz
  • Universität Bern, Institut für Sozialanthropologie und Universität Zürich, Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung
  • Schweizerisches Rotes Kreuz, Abteilung Grundlagen und Entwicklung
  • Bundesamt für Gesundheit, Sektion Migration und Gesundheit

Sie bieten im Projektverlauf wertvolle fachliche Unterstützung.

Unverzichtbar: Partizipation

Welche Faktoren sind also entscheidend, um bestehende Angebote nutzerzentriert weiterzubringen?

  1. Ein Geben und Nehmen von Wissen, Kompetenzen und Ressourcen (Netzwerk),
  2. sich aufgrund persönlicher Erfahrungen beteiligen können (Partizipation) und
  3. offen sein für Unerwartetes (Innovationsprozess).

Im Projektverlauf hat sich gezeigt, wie sich inhaltliche und strukturelle Veränderungen im Kursangebot ergeben können, wenn die Zielgruppe wiederholt mitreden und mitgestalten kann. Deshalb gilt an dieser Stelle allen, die mit ihrem grossen Engagement mitwirk(t)en, ein GROSSES DANKESCHÖN!

Vielen-Dank-an-alle-Beteiligten

Gefördert vom Bundesamt für Gesundheit, Programm «Migration und Gesundheit».

Ihre Erfahrungen? Ihre Meinung?

Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren! Zum Beispiel über:

  • Wie gestaltet sich Partizipation in ähnlichen Projekten? Was gilt es dabei zu beachten?
  • Was sind die Vor- und Nachteile, Chancen und Risiken von Nähe und Distanz in partizipativen Projekten?
  • Auf welchen Wegen können die Mitwirkenden Anerkennung und Wertschätzung ihrer Arbeit erfahren?

Ausgewählte Publikationen zu Evivo «Gesund und aktiv leben» und Gedanken zur Partizipation in der Gesundheitsversorgung:

Deppeler 2015, E wie Evivo

Haslbeck 2016, Experten aus Erfahrung: Peers, chronische Krankheit und Selbstmanagementförderung

Soom Ammann und Salis Gross 2011, Alt und schwer erreichbar: “Best Practice Gesundheitsförderung im Alter bei benachteiligten Gruppen

Zanoni et al. 2016, Selbstmanagementförderung bei chronischer Krankheit für Menschen mit Migrationshintergrund – ein Gruppenkurs mit Peer-Ansatz als Beitrag zu gesundheitlicher Chancengerechtigkeit

Sylvie Zanoni

Sylvie Zanoni, M.A.; Wissenschaftliche Mitarbeiterin Careum Forschung. Als Ethnologin interessieren mich gesundheitliche Chancengerechtigkeit und Migrationsthemen.

3 thoughts on “Partizipation im Projektalltag — wer wirkt mit?

  • 2016-09-23 at 10:48
    Permalink

    Partizipation ein paar grundlegende Gedanken
    Oft lesen wir in Leitbildern oder Projektunterlagen den Slogan: “Der Mensch, die Patientin steht im Mittelpunkt.” Diese Absicht ist in den meisten Fällen ernst gemeint und marketingtechnisch wichtig. Bei näherem Hinschauen merken wir leider immer wieder, dass es an der Umsetzung hapert und die Worte eine leere Hülle bleiben.
    In der Organisations- und Gesellschaftsentwicklung sind partizipative Methoden und Zugänge bereits seit längerer Zeit vorhanden und werden in neueren Modellen immer häufiger auch in grundlegenderer Form verwendet (vgl. dazu zum Beispiel Theorie U von Otto Scharmer). Selbstorganisation von Teams und das Entwickeln von Problemlösungen/ Dienstleistung oder Produkten ausschliesslich durch Betroffene sind dazu nur einige Stichworte. (Beispiele: http://www.cfd-ch.org/d/migration/texte/Mitgestalten_festgehalten_artikel.php / http://www.buurtzorgnederland.com/)

    Wenn es uns gelingen soll Partizipation wirklich zu leben, braucht es ein deutliches Umdenken vor allem von uns Fachpersonen nicht nur im Gesundheitswesen. Wir müssen lernen als neutrale Prozessbegleiter/innen aufzutreten anstatt unsere Fachmeinung zu vertreten, Vertrauen zu entwickeln, dass in Gruppen / Teams alles notwendige Wissen bereits vorhanden ist und Räume zu gestalten wo ehrliche Dialoge stattfinden können.

    Ich bin überzeugt, dass wir die anstehenden Herausforderung im Gesundheitswesen und auch in der Gesellschaft nicht ausschliesslich mit politischen oder in sonstigen Denkzentralen entwickelten Ansätzen lösen können. Uns allen wünsche ich Mut durch unsere Haltung und unsere Verhalten ehrlich gemeinte und gut gestaltete Partizipation zu ermöglichen.
    Susanne Peter

    Reply
    • 2016-09-27 at 15:01
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      Liebe Susanne

      Herzlichen Dank für Deine Überlegungen zum Thema Partizipation und die Einblicke in partizipative Arbeitsweisen der Organisations- und Gesellschaftsentwicklung.

      Mir scheint, dass gerade solche Methoden, die “verborgenes” bzw. stilles Wissen hervorholen, sicht- und hörbar machen sowie “nach aussen” tragen, noch wenig bekannt sind bzw. zu wenig breit angewendet werden. Dies könnte aber vielleicht ein Ansatzpunkt sein, um die Patientenkompetenz von Fachpersonen und Organisationen weiterzuentwickeln. Weisst Du von Möglichkeiten, sich als Fachperson des Gesundheits- oder Sozialwesens, in diesem Bereich weiterzubilden?

      Du schreibst auch, dass Fachpersonen lernen müssen “Vertrauen zu entwickeln, dass in Gruppen/Teams alles notwendige Wissen bereits vorhanden ist (…)”.
      Das finde ich einen zentralen Punkt in partizipativen Projekten: Dass die Projektverantwortlichen danach streben, die eigenen vorgefassten Meinungen immer wieder zu entlarven und versuchen, sie abzulegen. Offen zu bleiben für unerwartete Ergebnisse und sie so zu akzeptieren, auch wenn sie nicht dem entsprechen, was man selbst erwartet hat. Denn die Resultate bzw. Auswirkungen bleiben in ihrem Ausgang und besonders ihrer Wirkung auf die Beteiligten häufig offen.
      Aus der Literatur zur partizipativen Forschung im Gesundheitsbereich ist jedoch bekannt, dass die Projektaktivitäten und -ergebnisse dann häufig besser auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abgestimmt sind und von ihr leichter angenommen werden, wenn sie selbst aktiv an der Erarbeitung – möglichst von Anfang an – beteiligt ist (siehe z. B. Woolf et al. 2016 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4868544/ ).

      Deinem Wunsch für uns alle schliesse ich mich deshalb gerne an: Mut, durch unsere vertrauensvolle Haltung Partizipation immer wieder neu zu ermöglichen!

      Viele Grüsse
      Sylvie

      Reply
  • 2016-09-24 at 14:40
    Permalink

    Partizipation ist ein ähnliches Zauberwort wie Empowerment. Leider sind diese Worte nur so mächtig wie sie von den Menschen verstanden und gemeinsam (also partizipativ) sinnvoll gebraucht werden. Ohne Klärung der Bedeutung werden sie zu leeren Worthülsen und der Zauber wird unwirksam oder wendet sich gegen den Zauberlehrling, sie können dann die Zusammenarbeit auch behindern. Gemeinsam mit den Menschen, die uns mit dialog-gesundheit seit 2004 in Zollikofen und Umgebung, aber auch immer weiter über die Region und den Tellerrand hinaus bis weit in die Bildungswelt hinen begleiten, sprechen wir immer wieder über diese Worte – so auch darüber “was ist Gesundheit” oder was meint “chronisch krank sein”? Menschen mit chronischen Krankheiten leben (und leiden) damit mehr oder weniger gut, sie sind aber in erster Linie Menschen mit Stärken, Kompetenzen, Bedürfnissen, aber auch mit VIEL Gesundheit und wichtigen Erfahrungen in ihrem persönlichen Umfeld (soziale Determinanten). Sie sind – so oder so – Expertinnen ihres Lebens und des Leidens, ob chronisch krank oder nicht. Erst wenn wir uns auf einen Dialog auf Augenhöhe einlassen, werden wir beschenkt und können gemeinsam lernen. Wir lernen als Menschen von- und miteinander, auch füreinander – insbesondere lernen auch wir als Experten des Gesundheitswesens. Hier zeigt uns F. Laloux in seinem Werk “Re-inventing Organizations” wie dieses Miteinander in Zukunft aussehen könnte. Mit der Entwicklung der Gesellschaft und der Zunahme der Komplexität werden auch die Organisationsformen “reifer” – aus der Moderne und Postmoderne folgen aktuell die “integral-evolutionäre Organisationsform”, wie sie vorgängig auch Susanne Peter u.a. mit Buurtzorg so gut beschreibt. Aber auch der wunderbare Film “Tomorrow” (Original “demain”) zeigt, was alles schon möglich geworden ist. Wenn wir zusammen für einen gemeinsam definierten Sinn (eben z.B. Gesundheitsförderung, integrierte Medizin, Selbstmanagement) arbeiten, dann gibt es keine Konkurrenz sondern nur noch Kooperation. Eine der Grundlagen zu einem “integral-evolutionären Gesundheitswesen” mit vermehrter Selbst-Verantwortung und Organisation (regional/ kommunal) ist dabei auch die Gesundheitskompetenz. Persönlich gefällt mir die Definition von Th. Abel aus Bern am besten: Gesundheitskompetenz ist meine Fähigkeit zu entscheiden und zu handeln, in einer Weise, dank der es für mich und für meine Mitwelt gesund ist. Als einer der wenigen bezieht er auch die Mitwelt (und Umwelt) mit ein. Don Nutbeam unterscheidet dabei drei wichtige Ebenen. Erstens eine funktionale Gesundheitskompetenz. Sie umschreibt Grundkompetenzen für das Lesen und Verstehen von Gesundheitsinformationen und für die Nutzung von Angeboten. Hier setzt u.a. das Projekt EVIVO Migration an, aber auch der Ratgeber von dialog-gesundheit WIE?SO! – Alltagsbuch für ein besseres Leben (ein innovatives Projekt von Gesundheitsförderung Schweiz, ISBN 978-3-033-03300-9, Herausgeber und Selbstverlag dialog-gesundheit Schweiz). Darauf aufbauend folgt die kommunikative, interaktive Gesundheitskompetenz. Sie umfasst kognitive und soziale Kompetenzen, die es ermöglichen, sich aktiv mit Informationen auseinanderzusetzen und in Handlung umsetzen. Hier haben wir mit dialog-gesundheit im Forum Zollikofen umfassende und wegweisende Erfahrungen gemacht. Die Beobachtung und Begleitung von vielen individuellen Entwicklungen auf dieser Ebene mit eine beeindruckender Selbst-Wirksamkeit ermutigt uns alle immer wieder auf diesem Weg – immer mutiger – weiter zu gehen. Der Aufbau dieser zweiten Ebene der Kompetenz braucht jedoch viel Vertrauen und gemeinsam getragene Verantwortung, und damit Geduld und andere Zeitdimensionen (wir arbeiten seit über 10 Jahren daran). Heute bauen wir Brücken vom Gesundheits – zum Bildungswesen, unter anderem auch an den “swiss education days” vom 8-10. November in Bern (Tag der Romandie). Erst wenn die beiden Ebenen funktionieren sind “wir” bereit, auch die letzte Stufe zu erreichen: eine kritische Gesundheitskompetenz, die erst die kritische Analyse und einen kritischen Umgang von Informationen ermöglichen. von der Politik wird jedoch schon diese Ebene erwartet und gefordert….Auf dieser Ebene sind auch wir Profis noch nicht genügend kompetent. Teilweise fehlen auch die Weiterbildungsmöglichkeiten. Mit den Projekten “smarter medecine” oder “choosing wisely” oder dem “Manifest für Grenzen im Gesundheitswesen” (dialog-ethik) sind hier zukunftsweisende Entwicklungen im Gang. Manchmal entsteht allerdings der Eindruck, dass die Fachpersonen auch auf der zweiten Ebene, insbesondere einem echten Dialog auf Augenhöhe mit geteilter Verantwortung einen erhöhten Weiterbildungsbedarf haben. All dies zeigt, wie wichtig das NEUE Denken ist- nicht nur im Gesundheitswesen, sondern auch im Bildungswesen und in der Gesellschaft als Ganzes. Wenn viele kleine Menschen viele kleine Dinge an verschiedenen kleinen Orten tun, dann kann Grosses entstehen – sagt ein Afrikanisches Sprichwort. So wie EVIVO Migration oder dialog-gesundheit oder heute und morgen das Projekt “xunds grauholz” im Norden von Bern.

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