Was kann ich für meine Gesundheit tun?

Lebensstil

Die eigene Gesundheit kann man nur teilweise beeinflussen. Das heisst aber nicht, dass man nichts machen kann. Es gibt eine grosse Menge an Gesundheitsratgebern und Empfehlungen, die nur teilweise wissenschaftlich abgestützt sind. Selbst wissenschaftliche Erkenntnisse sind zum Teil widersprüchlich und ändern im Lauf der Zeit. Kaum bestritten wird aber, dass die folgenden Faktoren zu einem gesunden Lebensstil gehören:

  • Pflegen sozialer Beziehungen
  • Ausgewogene Ernährung (viel Früchte, Gemüse und Stärkebeilagen, wenig Fett und rotes Fleisch)
  • Genügend Bewegung (2,5 Stunden Bewegung pro Woche, bei der man etwas ausser Atem und ins Schwitzen gerät)
  • Ausreichend Schlaf (ca. 7–8,5 Stunden)
  • Vermeiden von Unter- und Übergewicht

Als ungesund gilt jede Form von Abhängigkeit, sei es von Tabak, Alkohol und anderen Substanzen, aber auch die Sucht nach einer Tätigkeit wie Arbeit, Sport und Internetsurfen. Gewisse Krankheiten lassen sich vermeiden, wenn man sich – meist im Kindesalter – impfen lässt (z. B. Starrkrampf, Masern). Andere Krankheiten lassen sich frühzeitig behandeln, wenn man sich vorsorglich untersuchen lässt (z. B. Brustkrebs, Prostatakrebs).

Das Bundesamt für Gesundheit bietet auf seiner Website eine Übersicht über verschiedene Informationen und Aktivitäten rund um einen gesunden Lebensstil hinsichtlich Ernährung und Bewegung an (www.bag.admin.ch à Themen à Ernährung und Bewegung). Eine gute Übersicht bietet auch das Bundesamt für Sport (www.hepa.ch à Themen).

Sie können auch etwas für Ihre Gesundheit tun, wenn Sie das breite Informationsangebot über verschiedene Ge-sundheitsthemen nutzen. Viele Spitäler bieten öffentliche Informationsveranstaltungen an. Weitere Veranstalter sind die Gesundheitsbildung Schweiz (www.gesundheits bildung-schweiz.ch) und die Careum Patientenbildung (www.careum.ch /patientenbildung).

Weitere Informationen im Buch «Von Gesundheit, Krankheit und Geld. Ein Reiseführer für das Gesundheitswesen» im Buch von Werner Widmer und Eliane Pfister Lipp >>

Marion Leu

Marion Leu ist im Careum Verlag für die Entwicklung, Produktion und Vermittlung von E-Books tätig. Mit E-Books im Unterricht lehren oder lernen erleichtert die Vor- und Nachbereitung - ein Erfolg in alle Richtungen.

One thought on “Was kann ich für meine Gesundheit tun?

  • 2017-12-21 at 20:54
    Permalink

    Liebe Frau Leu,

    als Sozialpädagogin habe ich mich dem Thema Gesundheit immer wieder aus dieser Disziplin heraus gewidmet. Ich finde es schwierig von Gesundheit zu sprechen, ohne zu klären, was darunter verstanden wird. Gesundheit kann über verschiedene Dimensionen bestimmt werden [1]. Handelt es sich bspw. um die Abwesenheit von Krankheit oder Beschwerden? Spielt das Wohlbefinden eine Rolle für die Gesundheit? Geht es um Leistungsfähigkeit und das Erfüllen einer Rolle? Oder soll ein Gleichgewicht hergestellt und erhalten werden? Womöglich soll eine Flexibilität für eine Anpassungsleistung an eine Herausforderung angestrebt werden? Ist die Gesundheit ein Geschenk oder eine Pflicht?
    All diese Fragen können zur Beurteilung von Gesundheit herangezogen werden, führen jedoch zu unterschiedlichen Ansätzen, wie Gesundheit erreicht oder erhalten werden kann. Sehr weitreichend ist die Definition der WHO „Gesundheit ist ein Zustand völligen psychischen, physischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen. Sich des bestmöglichen Gesundheitszustandes zu erfreuen ist ein Grundrecht jedes Menschen, ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Überzeugung, der wirtschaftlichen oder sozialen Stellung.” [2] Ich selbst bevorzuge den salutogenetischen Ansatz nach Antonovsky, der zu den Ge-sundheitsmodellen mit dem Fokus auf Flexibilität und Anpassung zählt. Es geht darum, dass wir ständig Stressoren ausgesetzt sind und sich unser Organismus diesen dauer-haft widersetzt und sich anpasst, um gesund zu bleiben. Krankheit ist ein Teil unseres Lebens und unser Gesundheitszustand befindet sich innerhalb der beiden Pole Ge-sundheit und Krankheit – jedoch mal näher bei der Gesundheit und mal näher bei der Krankheit, je nach dem aktuellen Befinden [3].
    Ich sehe ebenfalls, die von Ihnen genannten Risikofaktoren, wie Gewichtsextreme oder Suchtverhalten und die aufgeführten Schutzfaktoren, auf die jede Person selbst Einfluss nehmen kann. Jedoch treffe ich als Sozialpädagogin immer auf die Schwierigkeit, dass mit den Möglichkeiten, selbst etwas für seine Gesundheit tun zu können, schnell auch die Verantwortung für die Gesundheit bei der Einzelperson gesehen wird und es bei schweren Erkrankungen immer noch um Scham und Schuldgefühle geht. Mir ist wichtig zu betonen, dass es mit Blick auf all die präventiven Möglichkeiten, die Schutzfaktoren darstellen, nicht dazu kommen darf, dass Menschen denken, kranke Menschen hätten sich nicht (ausreichend) um diese bemüht und trügen deswegen eine Schuld an ihrer Erkrankung. Krankheiten gehören zum Leben dazu und wir können unseren Organismus in der ständigen Abwehr gegen Krankheiten unterstützen, aber wir können dennoch krank werden.
    Dann geht es darum, den Betroffenen vorbehaltlos zu helfen und sie in ihrer Genesung zu unterstützen. Scham und Schuldgefühle verhindern oft eine frühzeitige Konsultation von Fachleuten und Behandlungen – dies verschärft die Lage von Kranken, besonders bei stigmatisierenden Krankheitsbildern.
    Dies sollte bei allen präventiven Maßnahmen, aller Gesundheitsvorsorge und gesund-heitsbewusstem Verhalten immer im Bewusstsein bleiben, dann kann an einer positiven Voraussetzung für die Gesunderhaltung angesetzt und mit eintretenden Krankheiten gut umgegangen werden.
    Beste Grüße und eine gute Gesundheit
    Tatjana

    References
    [1] Franke, Alexa: Modelle von Gesundheit und Krankheit. 3., überarbeitete Auflage, 2012
    [2] Bundesministerium für Gesundheit und Frauen: Gesundheit und Gesundheitsförde-rung. https://www.bmgf.gv.at/home/Gesundheit_und_Gesundheitsfoerderung
    [3] Bengel, Jürgen & Strittmatter, Regine & Willmann, Hildegard: Was erhält Menschen gesund? Antonovskys Modell der Salutogenese – Diskussionsstand und Stellenwert. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Forschung und Praxis der Gesund-heitsförderung Band 6, erweiterte Neuauflage, 2001.

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